10/27/2014

Annika Grey // oaked orbs.

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Meine gute und wunderschöne Freundin Annika Grey ist nicht nur ein gefragtes Model;
sie ist auch eine Kunstliebhaberin. Ein Teil einer Branche zu sein, die alles daran setzt makellos und schön zu wirken genügt ihr nicht und deshalb gründete sie zusammen mit Frida Liv Nikolausen und Kristinne Eristrup "oakedorbs".

So sehr ich die Welt der Mode liebe, so ist auch mir durchaus bewusst, dass nicht immer alles gold ist, was glänzt und dass es oft einfach nur ums Verkaufen geht. Gelangweilt von den typischen "Interviews", welche man haufenweise online oder in Zeitschriften liest, arbeitet sie deshalb mit einem Team aus Kreativlingen seit längerem an einem Projekt, das sich ganz klar von den oftmals gestellten, oberflächlichen Gesprächen, welche in der Regel schlicht zur Eigenwerbung dienen, distanziert. Poetisch und metaphorisch untermalt werden Antworten auf eher untypischen Fragen mit außergewöhnlichen Fotos. Bei den Befragten handelt es sich schlichtweg um Menschen, die etwas in ihrem Leben erreicht haben, auf das sie Stolz sein können.
Es geht um den Weg; um das Reifen des Menschen und das damit gewonnene Wissen.

"'Orbs' sind die kleinen Reflektoren in der Luft, die erscheinen, wenn man beispielsweise nachts mit Blitz fotografiert. Es ist also der "orb", die Seele in der Person, die uns interessiert.
'to oak' nennt man den Vorgang der Reifung des Weines. Desto länger er reift, desto besser wird er.
Auch die Portraitierten haben eine gewisse Reife hinter sich (...)."
So Annika.

Wir leben in einer Zeit, in der es scheinbar nur um eines geht: Selbstinszenierung. Längst sind es nicht mehr nur Prominente, die versuchen sich ein (makelloses) Image aufzubauen. Wir alle leben in einer Optimierungsgesellschaft und wir alle versuchen in sozialen Netzwerken ein Bild abzugeben, welches oft nicht oder nur teilweise der Wahrheit entspricht. Ganz klar, ich zähle mich dazu.
Aus diesem Grund möchte ich dieses Projekt so gut es geht unterstützen und werde euch im kommenden Jahr, wenn die Seite mit den gesammelten Interviews offiziell online geht, nochmal daran erinnern. Es ist so inspirierend zu sehen, wie viel Herzblut Annika in diese Sache steckt und das allein schon begeistert mich.

Die Bilder entstanden vor einer Wochen an einem wunderschönen Herbsttag, als Annika mich in München besuchte.  
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 coat - COS
pants - cheap monday
pullover - zara
loafers -zara


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Translation: My friend Annika Grey is an international working model with an obsession for art.
This is why she started a project with some of her creative friends (Frida Liv Nikkolaisen and Kristinne Erikstrup), trying to modify the style of classic interviews. You can read them everywhere, online or in magazines: Someone who asks superficial and boring questions to people who just wants to promote themselves. "Oakedorb" tries to portray the inner personality of someone by asking unusual questions and by taking extraordinary photos which accompany the answers. "These portraits have nothing to do with the people. They have something to do with what is happening inside the people. Somebody is young, somebody is old, somebody is black, somebody is white, somebody is man, somebody is woman. But what really matters is the inner orb. Through the flow of the orb the body takes a certain posture. Here you experience expressive orbs, oaked by cameras, filters and words -  yet still clean in the nucleus, in the flow, in the message"
I'm impressed by this project and it will totally support that by spreading the idea.
The official launch of the site will be next year, so you have to be patient. But I definitely thinkt you should know what's coming.



wanna shop her look?

10/20/2014

BLUE YORK CITY

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coat - selected homme via zalando
sweater - scotch and soda via zalando
chelsea boots - frank wright via asos
black hat - zara
sunglasses - rayban

Als ich diesen Sonntag einen Spaziergang entlang der Isar machte, fiel mir auf wie schön es ist, nah am Wasser zu wohnen. So ein Privileg, welches man zu schätzen vergisst, wenn es immer erreichbar ist, da es sich quasi vor der Haustür befindet. Aber jetzt merke ich erst, was für ein Luxus es ist.
Ich wohne genau zwischen dem Englischen Garten, durch welchen der Eisbach fließt, und dem Isarstrand.
Beides ist für mich in nur 5 Gehminuten erreichbar und dennoch beschwere ich mich über den nicht vorhandenen Balkon in meiner Wohnung.
Ich bin so froh, dass ich mich im Sommer nicht mehr in überfüllten Freibädern abkühlen oder mich Handtuch an Handtuch auf der Wiese sonnen muss, sondern einfach ins kühle Nass springen und mich von der starken Strömung treiben lassen kann.
Als ich in Hamburg lebte, saß ich gern mit einem Kaffee an der Innenalster und ich habe es geliebt an den Hafen zu fahren. Ich hätte stundenlang aufs Wasser starren können, auch wenn es oft windig, kalt und nass war. Nicht, weil ich Schiffe so liebe, sondern weil ich es einfach beruhigend und faszinierend finde, das Wasser zu beobachten. Eine Stadt gewinnt unheimlich an Lebensqualität wenn Wasser vorhanden ist und das ist wohl mit auch ein Grund, warum ich ins schöne München gezogen bin und ich mich hier so wohlfühle.

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Translation: This sunday I went for a walk along the river, when I realised what a privilege it is to live close to water in a big city like Munich. It just takes me 5 minutes to either get to the famous 'Englischer Garten', where the 'Eisbach' flows or to the Isar. Having natural lakes and rivers in your city makes ist a lot easier to refresh yourself on hot summer days, especially because I hate public open air pools. I used to live in Hamburg a few years ago, where I loved to go to the big harbour, where I just stood and stared at the huge sea. Not because I'm into ships, but because I love to watch the water. On the one hand it kinda helps me to ease and to relax and on the other hand I just think its fascinating.

10/16/2014

black 'n blue

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trenchcoat - the kooples 
cardigan - zara 
pants - COS 
boots - zara
bag - zara

pictures taken by julia sang ngyuen

10/13/2014

heavy bags and tired hands.

StudyEssentialsklMein ursprünglicher Plan, sportlich in jeden Unitag zu starten, indem ich statt den Bus das Fahrrad wähle, scheiterte schon nach den ersten Tagen. Irgendwie habe ich mir den morgendlichen Gang in eine Modeschule stilvoller vorgestellt. Stattdessen hetze ich oft verschwitzt und vollbeladen wie ein Packesel über den Campus, um nicht schon wieder zu spät zu erscheinen. Mal abgesehen davon, dass ich seit Wochen nach einer praktischen Möglichkeit suche, diesen riesigen und unhandlichen Schneiderwinkel zu transportieren, macht es mir das Gewicht meiner Tasche unmöglich mit dem Rad zu fahren.Studyessentials2kl
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Der Laptop, um im Trendportal zu recherchieren, verschiedenste Stifte, um Dinge auf die richtige Weise aufs Papier zu bringen, Scheren für Papier und Stoff, sowie viele Lineale und Geodreiecke, um die Präzision zu wahren.

Diverse Notizbücher sind immer dabei, um spontane Ideen und Gedanken festzuhalten; außerdem werden wir stetig dazu aufgefordert, in jeder Situation zu zeichnen und Impressionen einzufangen. Ob in der Bahn, im Wartezimmer oder auf der Wiesn. Letzteres gestaltete sich zugegebenermaßen als etwas schwierig.
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StudyEssentials6klInsgesamt drehte sich in den ersten Wochen fast alles nur ums Zeichnen. Mit schönen Mode-Illustrationen hatte das bisher aber nichts zu tun. Naturstudien, bis sie einem zum Halse raushängen, um das Auge für Proportionen und die Anatomie des Körpers zu schulen. Köpfe, Körper, Gesichter, Hände, Füße in allen Variationen und das Abzeichnen von echten Modellen in möglichst kurzer Zeit. Etwas modischer, aber nicht wirklich spannend sind dann die technischen Zeichnungen, bei denen es schlichtweg darum geht, eine zweidimensionale Skizze mit den korrekten Proportionen und technischen Details (Nähte, Falten, etc.) eines Kleidungsstückes darzustellen, damit man den gewünschten Schnitt dafür erstellen kann. Das Ganze klingt wirklich einfacher als es ist, technische Zeichnungen erfordern eine hohe Konzentration, da Genauigkeit und Symmetrie hier wahnsinnig wichtig sind. Später erstellt man diese deshalb am Computer, aber im ersten Semester macht man alles per Hand. Auch in der Schnitttechnik ist Genauigkeit und eine richtige Berechnung ein Muss! Eine zu dicke Bleistiftlinie kann den ganzen Schnitt zerstören und dieser kostet ohnehin schon viel Zeit, Nerven und Geld. Insgesamt ist bisher also alles (zumindest was das Zeichnen angeht) sehr technisch orientiert und weniger kreativ. Aber ich denke, auch für einen geübten Zeichner ist es wirklich wichtig erst einmal sein Auge für Proportionen zu schulen und stupide abzuzeichnen. Wenn man diese grundsätzlichen Dinge im Schlaf beherrscht fällt einem das freie Zeichnen viel einfacher. Deshalb heißt es üben, üben, üben.


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Translation: I always used to go to university by bike. But I have to admit, that this plan failed after the first days. Somehow I had a different imagination about my matutinal way to a fashion school. Instead of being super stylish and graceful, I'm running sweaty and way too late across the campus with hundreds of bags on my body. This makes it impossible to go by bike. I need my MacBook for researches, various pencils for spontaneous sketches, scissors for paper and fabrics and some rulers and set squares. In addition I always have some notebooks in my bag, to capture spontaneous thoughts or ideas. The first weeks in university were almost just about drawing. Actually, it had nothing to do with beautiful fashion-illustrations but with nature studies, to train our eyes for proportions and the anatomy of the human body. We just had to draw bodies, heads, faces, hands and feet in all variations. Technical drawings, which are simple two-dimensional sketches with the correct proportions and technical details (seams, folds, etc.) of a garment, are a little bit more fashionable but not really exciting as well. You need to be highly concentrated to make them, so this can be quite exhausting. So far, everything seems to be quite technically-oriented and less creative. But I think, even for a skilled artist, it is very important to train the eyes for proportions. If you had mastered all the basics, its way more easy to freely draw. So that means practice, practice, practice...